Datenschutz & Informationssicherheit
June 17, 2026

Was ist Security Awareness? Definition & Bausteine

Bridgly Redaktion
Lesezeit:
2
Minuten
Diverses Büroteam prüft gemeinsam und aufmerksam an einem Laptop eine verdächtige E-Mail in einem hellen deutschen Büro
Inhaltsverzeichnis

Security Awareness: eine Definition

Security Awareness (deutsch: Sicherheitsbewusstsein) bezeichnet das Bewusstsein und die Fähigkeit von Mitarbeitenden, Risiken für die Informationssicherheit zu erkennen, einzuordnen und sicher zu handeln. Im Zentrum steht der Mensch als aktiver Teil der Verteidigung: Technische Schutzmaßnahmen wie Firewalls oder Spam-Filter greifen zu kurz, wenn eine Person eine gefälschte E-Mail öffnet oder Zugangsdaten preisgibt. Das BSI beschreibt Sensibilisierung als elementare Sicherheitsmaßnahme – zuerst entsteht ein Problembewusstsein, darauf folgt eine Verhaltensänderung hin zu sicherem digitalen Handeln.

Wichtig ist die positive Rahmung: Das BSI versteht Beschäftigte ausdrücklich nicht als „Sicherheitslücke", sondern als „Sicherheits-Faktor-Mensch" – also als Teil der Lösung. Der in der Branche verbreitete Begriff „menschliche Firewall" meint dasselbe, ist aber Marktsprache und kein behördlicher Fachbegriff.

Die Bausteine von Security Awareness

Wirksame Security Awareness ist kein einzelnes Format, sondern das Zusammenspiel mehrerer Bausteine:

Das BSI nennt das Zusammenspiel aus Technik, Schulung und Sicherheitskultur den Schlüssel zu einer robusten Informationssicherheit. Kein Baustein wirkt allein: Ohne Kultur bleibt Wissen folgenlos, ohne Wissen fehlt die Grundlage. Auch Normen und Regelwerke greifen den Punkt auf: Die ISO/IEC 27001:2022 fordert Sensibilisierung und Schulung (Klausel 7.3 und Anhang A 6.3), und im Rahmen von NIS-2 zählen „grundlegende Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen" zu den Mindestmaßnahmen (§ 30 Abs. 2 BSIG). Awareness ist damit sowohl fachlicher Standard als auch regulatorischer Rahmen.

Warum ein einmaliger Termin nicht reicht

Einmal vermitteltes Wissen verblasst mit der Zeit. Deshalb setzen wirksame Ansätze auf wiederkehrende, kurze Lerneinheiten statt auf eine jährliche Pflichtveranstaltung – so bleibt das Thema präsent und Verhalten verändert sich dauerhaft. Erst diese Kontinuität macht aus einzelnen Schulungen eine belastbare Sicherheitskultur, in der sicheres Verhalten zur Gewohnheit wird und nicht nach jeder Schulung wieder verpufft.

Wie sich daraus ein strukturiertes Programm mit messbaren Kennzahlen bauen lässt, zeigt der Beitrag zum Aufbau eines Security-Awareness-Programms. Das mit Abstand wichtigste Einzelthema ist dabei die Fähigkeit, Phishing zu erkennen – der laut ENISA häufigste Einstiegspunkt für Angriffe. Weitere Grundlagen und Ratgeber rund um Datenschutz & Informationssicherheit bündelt unsere Themenkategorie.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Security Awareness und Security Awareness Training?

Security Awareness ist der Zustand – das Sicherheitsbewusstsein der Belegschaft, also die Fähigkeit, Risiken zu erkennen und sicher zu handeln. Security Awareness Training ist die Maßnahme, mit der dieser Zustand aufgebaut und dauerhaft aufrechterhalten wird: die konkreten Schulungen, Kampagnen und Simulationen. Kurz gesagt beschreibt das eine das Ziel, das andere den Weg dorthin.

Ist Security Awareness gesetzlich vorgeschrieben?

Ein eigenes „Awareness-Gesetz" gibt es nicht, doch mehrere Regelwerke verlangen Sensibilisierung: Die ISO/IEC 27001 fordert Awareness und Schulung, und im Anwendungsbereich von NIS-2 gehören Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen ausdrücklich zu den Mindestmaßnahmen (§ 30 BSIG). Feste Vorgaben zu Häufigkeit oder Umfang macht der Gesetzgeber allerdings nicht – wie Sensibilisierung konkret umgesetzt wird, bleibt der Organisation überlassen.

Quellen

  • BSI – Awareness / Faktor Mensch: bsi.bund.de (Stand-Aktualisierung der Seite 26.01.2021; abgerufen 12.06.2026).
  • BSI – Grundlegende Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen (NIS-2): bsi.bund.de (Stand 08.06.2026).
  • ENISA – Awareness and Cyber Hygiene: enisa.europa.eu (abgerufen 12.06.2026).
  • ISO/IEC 27001:2022, Klausel 7.3 und Anhang A 6.3 (Sensibilisierung/Schulung); Norm-Mapping bestätigt über BSI-NIS-2-Schulungsseite. Normtext kostenpflichtig: iso.org.
  • § 30 BSIG (n. F. nach NIS2UmsuCG): gesetze-im-internet.de.

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